Westsachsen gleichen Spiel erst 0,7 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit aus
Die Eispiraten Crimmitschau haben ihr heutiges Heimspiel vor einer Saison-Minuskulisse von 1.685 Zuschauern nicht erfolgreich gestalten können. Die Westsachsen mussten sich den Eisbären Regensburg in der Overtime mit 2:3 geschlagen geben, konnten zuvor aber einen 0:2-Rückstand aufholen und 0,7 Sekunden vor dem Ende ausgleichen. So nehmen die Eispiraten einen Zähler aus dieser Begegnung mit.
Verheißungsvoller Auftakt – Regensburger Doppelschlag kurz vor Drittelende
Nach dem spielfreien Freitag agierte die Mannschaft von Cheftrainer Jussi Tuores, der Till Michel zurück im Lineup begrüßen konnte und im Tor erneut auf Christian Schneider vertraute, von Beginn an mit viel Tempo und Druck. Die Westsachsen pressten früh, dominierten weite Teile des ersten Drittels und erspielten sich zahlreiche hochkarätige Chancen. Besonders Till Michel, Streu, Trépanier sowie Dylan Wruck – der wieder in der ersten Sturmreihe an der Seite von Corey Mackin und Alex Walsh auflief – scheiterten jedoch immer wieder am stark aufgelegten Regensburger Goalie Jonas Neffin.
Umso überraschender fiel der Rückstand nach 18 Minuten aus. Alejandro Angaran erhielt an der blauen Linie zu viel Raum, zog ab und ließ Christian Schneider mit seinem platzierten Schuss ins kurze Eck kaum eine Abwehrchance – 0:1. Kurz vor der ersten Pausensirene kam es für die Eispiraten noch bitterer: Ein Schuss von Guillaume Naud von der blauen Linie wurde mehrfach abgefälscht und landete zum 0:2 im Crimmitschauer Gehäuse (20.).
Eispiraten weiter druckvoll, jedoch nicht zwingend genug
Auch im Mitteldrittel erwischten die Eispiraten den besseren Start, verpassten es jedoch weiterhin, ihren Aufwand in Tore umzumünzen. Die beste Möglichkeit hatte eine Kombination über Brune, Shevyrin und Trépanier, doch Sean Giles blockte den Abschluss im letzten Moment. Zudem blieb Neffin weiterhin unüberwindbar. Auf der Gegenseite sorgte eine Szene kurzzeitig für Aufregung, als Christian Schneider einen Schuss erst im Nachfassen sicherte. Nach Videobeweis entschieden die Unparteiischen jedoch folgerichtig auf „kein Tor“, da der Puck die Torlinie nicht vollständig überquert hatte. Auch das erste Überzahlspiel der Eispiraten blieb ohne Erfolg, sodass es mit dem 0:2-Rückstand in die zweite Pause ging.
Ausgleich fällt 0,7 Sekunden vor dem Ende – Regensburg sichert sich Zusatzpunkt
Im Schlussdrittel erhöhten die Eispiraten nochmals spürbar den Druck, denn der Anschlusstreffer war nun zwingend nötig. Die Westsachsen blieben spielbestimmend und steigerten sich mit zunehmender Spielzeit. In der 51. Minute wurden sie schließlich belohnt: Nach einem Schuss von Tim McGauley reagierte der Deutsch-Slowake Robin Veber im Slot am schnellsten und verkürzte auf 1:2.
Getragen von diesem Treffer drängten die Eispiraten in der Schlussphase auf den Ausgleich und schnürten die Eisbären zunehmend in deren eigener Zone ein. Es folgte ein regelrechtes Dauerfeuer auf das Tor von Jonas Neffin – und 0,7 Sekunden vor dem Ende brach der Jubel im Sahnpark aus. Nach einem gewonnenen Bully landete der Puck am langen Pfosten, wo Adam McCormick goldrichtig stand und zum vielumjubelten 2:2-Ausgleich einschob (60.).
Auch in der Verlängerung blieben die Eispiraten das aktivere Team und erspielten sich die besseren Chancen. Dylan Wruck und Corey Mackin scheiterten jedoch jeweils am Regensburger Schlussmann. In der letzten Minute der Overtime nutzte schließlich Kevin Slezak einen Moment der Unordnung, bekam zu viel Platz und behielt im Eins-gegen-eins mit Christian Schneider die Oberhand. Sein Treffer besiegelte den 2:3-Endstand aus Sicht der Crimmitschauer.
Charme und Kult gefordert: Enttäuschung der Eispiraten über Saison-Minuskulisse
Das Team von Jussi Tuores musste sich im Heimspiel gegen die Regensburger letztlich mit nur einem Punkt begnügen. Besonders bitter fällt dabei der Blick auf die Zuschauerzahl aus. Die Eispiraten zahlten im Kunsteisstadion Crimmitschau, dessen Charme und Kult so oft betont und eingefordert werden, den kühlen Temperaturen einen hohen Tribut. Für die Verantwortlichen der Eispiraten ist dies nur schwer nachvollziehbar, schließlich ging es gegen einen direkten Konkurrenten um äußerst wichtige Zähler im Kampf um die Playoff-Plätze. So zeigt man sich absolut enttäuscht über diese Zuschauerzahl.
Foto: Tommy Valdivia Castro
Torfolge (0:2, 0:0, 2:0, 0:1):
0:1 Alejandro Angaran (Jakob Weber, Sean Giles) 17:28
0:2 Guillaume Naud (Sean Giles) 19:42
1:2 Robin Veber (Tim McGauley) 50:21
2:2 Adam McCormick (Corey Mackin) 59:59 – EA
2:3 Kevin Slezak (Sean Giles) 64:23 – OT
Zuschauer: 1.685

















