Eispiraten egalisieren zwischenzeitlichen 1:4-Rückstand
Die Eispiraten Crimmitschau haben sich am Sonntagabend bei den Ravensburg Towerstars einen Punkt erkämpft. Nach einem zwischenzeitlichen 1:4-Rückstand zeigten die Westsachsen eine starke Moral, kämpften sich eindrucksvoll zurück und erzwangen mit einer furiosen Aufholjagd den Gang in die Verlängerung. Dort mussten sich die Crimmitschauer trotz einer zwischenzeitlichen Überzahlsituation der Gastgeber letztlich mit 4:5 geschlagen geben. Alle vier Treffer der Eispiraten gingen dabei auf das Konto von Verteidigern: Adam McCormick und Emil Quaas schnürten jeweils einen Doppelpack.
Tim Lutz zurück im Kader
Die Eispiraten konnten in Ravensburg wieder auf Tim Lutz bauen, der in den Kader zurückkehrte. Pascal Seidel stand bei seinem zweiten Saisoneinsatz zwischen den Pfosten. Nicht mit dabei waren die angeschlagenen Dominic Walsh und Dylan Wruck sowie Denis Shevyrin und Leon Schulz, die am Freitag im Spiel gegen Bad Nauheim verletzungsbedingt ausgeschieden waren.
Erst der Rückschlag, dann die schnelle Antwort
Trotz der langen Busfahrt fanden die Eispiraten gut in die Partie und erspielten sich früh erste gute Möglichkeiten. Louis Brune scheiterte zunächst aus spitzem Winkel an Ilya Sharipov. Auch Adam McCormick hatte die Führung auf dem Schläger, verzog mit seinem Abschluss jedoch knapp. Im weiteren Verlauf des ersten Drittels übernahmen die Towerstars zunehmend die Kontrolle und setzten Pascal Seidel mit mehreren Abschlüssen unter Druck. Der Schlussmann der Westsachsen zeigte sich aufmerksam und parierte wiederholt stark. In der 17. Minute war aber auch er machtlos: Mark Rassell, der Goldhelm der Gastgeber, zog vor das Tor und vollendete mit der Rückhand zum 1:0.
Die Antwort der Eispiraten ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Nur eine Minute später zog Adam McCormick von der blauen Linie ab. Sein Schuss segelte an Freund und Feind vorbei und fand den Weg ins Ravensburger Tor. Mit dem 1:1 in der 18. Minute waren die Westsachsen zurück im Spiel und sorgten für den verdienten Ausgleich vor der ersten Pause.
Ravensburg zieht davon – Quaas verkürzt in Unterzahl
Auch im zweiten Drittel erwischten die Eispiraten einen guten Start. Collin Adams tauchte nach einem Breakaway vor Sharipov auf, konnte den Ravensburger Schlussmann aber ebenso wenig überwinden wie bei seiner nächsten Gelegenheit, als der Puck am Pfosten landete.
Stattdessen schlugen die Gastgeber zu: Nach einem sehenswerten Angriff traf Anselm Gerg in der 25. Minute aus zentraler Position in den Winkel und brachte Ravensburg mit 2:1 in Führung. Die Towerstars blieben anschließend am Drücker und bauten ihren Vorsprung innerhalb kürzester Zeit aus. Zunächst fälschte Nick Latta einen Schuss von Denis Pfaffengut unhaltbar zum 3:1 ab (27.), nur eine Minute später lenkte Fabio Sarto den nächsten Abschluss entscheidend zum 4:1 ins Tor (28.).
Die Eispiraten standen nun vor einer schwierigen Aufgabe, bewiesen jedoch Moral. Ausgerechnet in eigener Unterzahl gelang den Westsachsen der wichtige Anschlusstreffer: Louis Brune trieb die Scheibe ins gegnerische Drittel, ehe Verteidiger Emil Quaas entschlossen abschloss und den Puck unter die Querlatte setzte. Sein Treffer zum 2:4 in der 33. Minute hielt die Crimmitschauer im Spiel.
In der Folge präsentierten sich die Eispiraten wieder verbessert und überstanden auch eine weitere Unterzahlsituation. Kurz vor der zweiten Pause scheiterte Tim Lutz nach Zuspiel von Garthe an Sharipov. Auf der Gegenseite blieb Pascal Seidel ebenfalls gefordert, zeigte insgesamt aber eine solide Leistung und hielt seine Mannschaft im Spiel.
McCormick und Quaas erzwingen den Ausgleich
Im Schlussdrittel war den Eispiraten anzumerken, dass sie sich noch längst nicht geschlagen geben wollten. Tim Lutz vergab zunächst eine gute Möglichkeit aus kurzer Distanz und traf wenig später die Latte. Die Situation blieb jedoch gefährlich – und Adam McCormick nutzte sie eiskalt: Aus dem Hinterhalt zog der Verteidiger ab und markierte in der 44. Minute mit seinem zweiten Treffer des Abends das 3:4.
Der Anschlusstreffer gab den Westsachsen spürbar Auftrieb. Sie agierten nun griffiger, suchten konsequent den Weg zum Tor und setzten die Towerstars zunehmend unter Druck. McCormick versuchte es unter anderem mit einem Bauerntrick, auch Kärki und Will kamen über Nachschüsse zu Möglichkeiten. Doch immer wieder war Sharipov zur Stelle und verhinderte zunächst den Ausgleich.
Die Eispiraten ließen sich davon nicht beirren und hielten den Druck hoch. Mit zahlreichen Abschlüssen drängten sie Ravensburg immer weiter in die Defensive. In der 58. Minute belohnten sich die Crimmitschauer schließlich für ihren unermüdlichen Einsatz: Nach einem Zuspiel von Collin Adams an der blauen Linie sicherte sich Emil Quaas die Scheibe, zog ab und traf über die Schulter von Sharipov ins Tor. Mit seinem zweiten Treffer des Abends stellte der Verteidiger auf 4:4 und machte die eindrucksvolle Aufholjagd nach dem zwischenzeitlichen 1:4-Rückstand perfekt. Die Eispiraten hatten sich zurückgekämpft und sich mit einer starken Schlussphase die Verlängerung verdient.
Entscheidung in der Overtime
In der Verlängerung sollte die Partie schließlich doch noch zugunsten der Gastgeber kippen. Jarno Kärki erhielt nach einem Kniecheck gegen Odeen Tufto eine fünfminütige Spieldauerstrafe. Die Eispiraten mussten damit in Unterzahl weiterspielen und sahen sich einer schwierigen Situation gegenüber. Die Towerstars nutzten ihre numerische Überlegenheit konsequent aus und ließen die Scheibe gut laufen. In der 62. Minute war es schließlich Mark Rassell, der die Partie entschied und den 5:4-Siegtreffer für Ravensburg erzielte.
Damit nehmen die Eispiraten zwar nur einen Punkt aus Ravensburg mit, können nach der starken Moral und der furiosen Aufholjagd nach einem Drei-Tore-Rückstand aber dennoch einen wichtigen Teilerfolg verbuchen. Mit nun 19 Punkten steht das Team von Cheftrainer Jussi Tuores nun auf dem zweiten Tabellenplatz – punkt- und torgleich mit dem Tabellenzweiten Kassel.
Foto: Kim Enderle
Torfolge (1:1, 3:1, 0:2, 1:0):
1:0 Mark Rassell (Robbie Czarnik) 16:37
1:1 Adam McCormick (Logan Will, Louis Brune) 17:17
2:1 Anselm Gerg (Matej Mrazek, Fabio Sarto) 24:23
3:1 Nick Latta (Denis Pfaffengut, Tim Sezemsky) 26:19
4:1 Fabio Sarto (Anselm Gerg) 27:44
4:2 Emil Quaas (Louis Brune, Jarno Järki) 32:40 – SH1
4:3 Adam McCormick (Noah Garthe, Tim Lutz) 43:19
4:4 Emil Quaas (Noah Garthe, Collin Adams) 57:56
5:4 Mark Rassell (Robbie Czarnik, Simon Sezemsky) 61:53 – OT – PP1
Zuschauer: 2.460











