Westsachsen entscheiden Sachsenderby für sich
Was für ein Abend im Sahnpark! Die Eispiraten Crimmitschau haben das Sachsenderby gegen die Dresdner Eislöwen mit 4:3 für sich entschieden und damit einen ohnehin besonderen Freitagabend perfekt gemacht. Vor dem Spiel wurde Clublegende André Schietzold in einer emotionalen Zeremonie gebührend verabschiedet. Seine Trikotnummer 13 hängt nun für immer unter dem Hallendach des Sahnparks. Anschließend lieferten die Eispiraten auch auf dem Eis einen echten Kraftakt ab und belohnten sich mit drei Punkten.
Große Ehre für André Schietzold
Bevor es sportlich zur Sache ging, stand der große und von den Eispiraten-Fans sehnsüchtig erwartete Höhepunkt des Abends an: die Jersey-Retirement-Zeremonie für André Schietzold. Die Clublegende, die 13 Jahre ihrer Profikarriere in Crimmitschau verbrachte, wurde nach ihrem Karriereende noch einmal auf besondere Weise gewürdigt. Unter großem Applaus der Fans wurde das Banner mit seiner Trikotnummer 13 unter dem Hallendach des Sahnparks verewigt.
Der Name Schietzold wird damit auf ewig mit dem Standort Crimmitschau verbunden sein. Nach der emotionalen Ehrung ging der Blick schließlich auf das sportliche Geschehen – und dort wartete mit dem Sachsenderby gegen die Dresdner Eislöwen gleich die nächste Besonderheit.

Tuores vertraut auf bewährtes Line-up
Cheftrainer Jussi Tuores setzte auf das gleiche Line-up wie bereits zum Startwochenende. Dominic Walsh fehlte angeschlagen weiterhin, auch Felix Thomas und Lars Hamori standen nicht im Kader. Zwischen den Pfosten erhielt erneut Kevin Reich das Vertrauen.
Im ersten Drittel waren es zunächst die Gäste aus Dresden, die spielerisch den etwas besseren Eindruck hinterließen. Die Eislöwen erspielten sich mehrere Möglichkeiten, scheiterten dabei aber immer wieder an einem starken Kevin Reich. Doch auch die Eispiraten überzeugten mit großem Einsatz und einer leidenschaftlichen Defensivarbeit. Crimmitschau hielt körperlich dagegen, ließ sich nichts gefallen und sorgte mit viel Energie dafür, dass Dresden seine spielerische Überlegenheit nicht in Tore ummünzen konnte.
Immer wieder setzten die Westsachsen zudem kleine Nadelstiche. Besonders die vierte Reihe um Leon Neiger, Johannes Schmid und Nikolas Biggins wusste zu gefallen und spielte mutig und frech auf. Tore fielen im ersten Abschnitt allerdings noch nicht.
Eispiraten schlagen innerhalb von zwei Minuten doppelt zu
Auch im zweiten Drittel übernahmen die Eislöwen zunächst wieder das Kommando. Die beste Gelegenheit hatte aber Collin Adams auf Seiten der Eispiraten, der von Dylan Wruck schön freigespielt wurde, aus kurzer Distanz aber an Janick Schwendener scheiterte. Dann schlugen die Eispiraten eiskalt zu: In numerischer Überzahl räumte Denis Shevyrin seinen ehemaligen Mitspieler und jetzigen Dresdner Verteidiger Gregory Kreutzer aus dem Weg. Louis Brune verzögerte hinter dem Tor und legte anschließend mustergültig auf Noah Garthe ab. Der Youngster blieb cool und schoss in der 28. Minute zum viel umjubelten 1:0 ein.
Die Eispiraten nahmen den Schwung sofort mit. Dresden wirkte plötzlich konfus – und Crimmitschau legte nach. Nach guter Vorarbeit von Jarno Kärki und Louis Brune kam Stanislav Dietz an der blauen Linie zum Abschluss. Der Verteidiger zog mit voller Wucht ab und drosch die Scheibe zum 2:0 in der 29. Minute in die Maschen. Für Dietz war es gleichzeitig der erste Treffer im Eispiraten-Trikot – und das bereits in seinem dritten Einsatz für die Westsachsen.
Dresden kämpft sich zurück
Die Eislöwen kamen mit ordentlich Wut aus der Kabine und übernahmen im Schlussdrittel wieder das Kommando. Dresden drängte auf den schnellen Anschlusstreffer und belohnte sich schließlich in der 44. Minute. Alec Alroth setzte sich im Slot durch und verkürzte auf 1:2. Die Gäste blieben anschließend am Drücker. In der 52. Minute fiel dann tatsächlich der Ausgleich – und ausgerechnet ein ehemaliger Eispirat war dafür verantwortlich. Nach einer sehenswerten Passstafette traf Gregory Kreutzer zum 2:2.
Streu-Doppelschlag lässt den Sahnpark beben
Doch die Eispiraten hatten an diesem Abend noch etwas entgegenzusetzen. In der 57. Minute schlugen die Hausherren nahezu aus dem Nichts erneut zu. Jarno Kärki bediente den mitgelaufenen Sebastian Streu, der den Puck humorlos in den Winkel schoss. 3:2 für Crimmitschau – und der Sahnpark verwandelte sich endgültig in ein Tollhaus. Doch Streu hatte noch nicht genug: Nur eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit war der Angreifer erneut zur Stelle. Streu umkurvte den herausstürmenden Janick Schwendener und schob die Scheibe zum 4:2 ins leere Tor. Der Sahnpark bebte – erneut!
Dresden gab sich allerdings noch nicht geschlagen. In der 60. Minute verkürzte Tomas Andres noch einmal auf 3:4. Für mehr sollte es aus Sicht der Eislöwen aber nicht reichen.
Drei Punkte zum Schietzold-Abend
Die Eispiraten brachten den knappen Vorsprung über die Zeit und feierten damit einen 4:3-Derbysieg gegen die Dresdner Eislöwen. Nach einem leidenschaftlichen und körperlich intensiven Auftritt durfte sich die Mannschaft von Cheftrainer Jussi Tuores von den heimischen Fans feiern lassen. Und natürlich durfte auch einer nicht fehlen: André Schietzold. Die Clublegende stieß nach dem Spiel zur Mannschaft und holte sich noch einmal den verdienten Applaus der Eispiraten-Fans ab.
Es bleibt dabei: Jubiläumsspiele für André Schietzold haben einen guten Ausgang für die Eispiraten. Nach der emotionalen Ehrung seiner Nummer 13 unter dem Hallendach folgte der sportliche Höhepunkt – drei Punkte im Sachsenderby. Gegen den DEL-Absteiger aus Dresden, die weiterhin ohne einen Punkt am Tabellenende stehen.
Fotos: Alexander Grimm
Torfolge (0:0, 2:0, 2:3):
1:0 Noah Garthe (Louis Brune, Denis Shevyrin) 27:19 – PP1
2:0 Stanislav Dietz (Louis Brune, Jarno Kärki) 28:45
2:1 Alec Alroth (Jan Nijenhuis) 44:10
2:2 Gregory Kreutzer (Dane Fox) 51:09
3:2 Sebastian Streu (Jarno Kärki) 56:08
4:2 Sebastian Streu (Louis Brune) 58:16
4:3 Tomas Andres (Alec Alroth, David Suvanto) 59:12
Zuschauer: 4.082











