Sebastian Streu und Louis Brune mit Erinnerung an ein außergewöhnliches Erlebnis
Die Weltpremiere von „Ultimate Hockey – Breaking the Ice“ vom 10. bis 12. April in Innsbruck hatte vieles – Tempo, Emotionen, Entertainment. Und mittendrin: zwei Spieler der Eispiraten Crimmitschau, die dieses besondere Event hautnah miterlebt haben. Louis Brune und Sebastian Streu gehörten zum deutschen Team und wurden Teil eines Formats, das das Eishockey neu denken will – schneller, intensiver, näher an den Fans und perspektivisch sogar mit olympischen Ambitionen.
„Torchancen ohne Ende!“: Sechs Nationen trafen im Drei gegen drei aufeinander
Drei gegen drei, kleinere Eisfläche, zwei mal zwölf Minuten effektive Spielzeit – das Konzept von Ultimate Hockey ist radikal anders als das klassische Spiel. Genau das machte für die beiden Angreifer auch den Reiz aus. „Das ist nicht normales Eishockey – es geht nur hin und her“, beschreibt Sebastian Streu die Dynamik. „Alleingänge, Zwei-auf-eins-Situationen, Torchancen ohne Ende – jede Mannschaft hätte jedes Spiel gewinnen können.“ Dass Deutschland am Ende „nur“ Fünfter wurde, ordnet er entsprechend ein: „Wir hätten genauso gut auch Erster werden können“, sagt er lachend. Insgesamt nahmen mit Österreich, Estland, Deutschland, Großbritannien, Ungarn und den Niederlanden sechs Nationen teil. Auch der beheimatete HC Innsbruck stellte ein Team.
Auch Louis Brune kommt aus dem Schwärmen kaum heraus: „Das Wochenende war eine 11 von 10. Es hat so viel Spaß gemacht, war einfach nur der Hammer.“ Vor allem die Kombination aus sportlicher Intensität und Eventcharakter habe Eindruck hinterlassen: Musik während des Spiels, ein DJ, ein Live-Kommentator – „das war wie eine komplette Party-Atmosphäre“. Ein spannender Ansatz für Brune: „Musik gibt einfach einen ganz anderen Vibe, vielleicht kann man sich davon auch etwas für den Trainingsalltag abschauen.“
Eispiraten folgen Einladung von Ambassador und DEL-Profi Moritz Wirth
Dass die deutsche Auswahl überhaupt in dieser Konstellation zustande kam, ist vor allem einem zu verdanken: Moritz Wirth von den Augsburger Panthern, der als Ambassador des Formats fungiert und das Team zusammengestellt hat. „Ich bin über Moritz dazu gekommen und sehr froh, dass ich zugesagt habe“, sagt Brune. Auch Streu musste nicht lange überlegen: „Eishockey ist mein Leben – da musste ich nicht zweimal nachdenken.“
Trotz kurzer Eingewöhnungszeit funktionierte das Team schnell. „Wie immer beim Hockey – man versteht sich sofort“, so Brune. „Ein paar kannte ich, ein paar nicht, aber wir hatten direkt eine mega Chemie und unglaublich viel Spaß.“ Vielleicht sogar ein bisschen zu viel, wie Streu augenzwinkernd ergänzt: „Es ist Off-Season, da gehört das dazu – wir hatten einfach eine richtig gute Zeit.“
Sebastian Streu avanciert zum Topscorer des Turniers
Sportlich hinterließen beide dennoch deutliche Spuren. Streu avancierte mit fünf Toren und neun Vorlagen in fünf Spielen zum Topscorer des gesamten Turniers, Brune folgte mit drei Treffern und acht Assists auf Rang vier. „Wir haben das Ganze mit viel Spaß angegangen – und so auch gespielt“, beschreibt Brune die Herangehensweise.
Neben dem Eis blieb vor allem die Kulisse in Erinnerung. Gespielt wurde unter freiem Himmel vor der Olympiaworld – mit direktem Blick auf die Alpen. „Du nimmst kurz den Kopf hoch und siehst diese Berge mit den weißen Spitzen – das ist einfach unbeschreiblich“, sagt Streu. Auch Brune schildert diesen Moment fast ungläubig: „Ich habe manchmal hochgeschaut und mich gefragt: Ist das gerade wirklich real?“

Dass das Event größer wurde als zunächst gedacht, zeigte sich spätestens an diesem April-Wochenende. Nach einem noch verregneten Auftakt füllte sich das Gelände zunehmend, die Stimmung wurde intensiver. „Unglaubliche Kulisse, richtig viele Leute, richtig gute Stimmung“, so Brune. Gleichzeitig hebt er die Organisation hervor: „Da haben sich extrem viele Leute den Arsch aufgerissen – Hotels, Verpflegung, alles top.“
Teil der Weltpremiere: Stolz und Dankbarkeit überwiegen
Mit dabei waren neben Brune und Streu auch zahlreiche bekannte Gesichter, darunter Ex-Eispirat Roman Zap, Noah Dunham von den Löwen Frankfurt, Ricardo Hendreschke von den Dresdner Eislöwen sowie Rihards Babulis und Yannik Burghart vom ESV Kaufbeuren.
Was bleibt, ist für beide Crimmitschauer vor allem Dankbarkeit, bei dieser Premiere dabei gewesen zu sein. „Alle waren stolz und dankbar, Teil des ersten Turniers zu sein“, sagt Brune. Und Streu blickt schon nach vorn: „Das, was sie da für die Zukunft planen, ist echt eine richtig große Sache.“
Ultimate Hockey steht noch ganz am Anfang – doch das Potenzial ist riesig. Die Mischung aus Tempo, Emotion und Entertainment könnte dem Eishockey eine neue Bühne bieten, zusätzliche Fans begeistern und könnte auch bald zur Tagesordnung bei den olympischen Spielen gehören.

Fotos: Ultimate Hockey / privat











